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Lesezeit: 8 min · Zuletzt aktualisiert: Januar 2025

DIN V 18599 – Die Berechnungsnorm für den iSFP erklärt

Die DIN V 18599 ist die zentrale Berechnungsnorm für die energetische Bewertung von Gebäuden in Deutschland. Für Energieberater, die iSFPs erstellen, ist ein fundiertes Verständnis dieser Norm unverzichtbar.

1. Was ist DIN V 18599?

DIN V 18599 ist eine Vornorm (Vorabveröffentlichung) des Deutschen Instituts für Normung (DIN), die das Berechnungsverfahren zur Bewertung des Energiebedarfs von Gebäuden in Deutschland definiert.

Die Norm umfasst aktuell 13 Teile und definiert, wie der Primärenergiebedarf von Gebäuden auf Basis von Gebäudehülle, Anlagentechnik, Nutzungsrandbedingungen und Klimadaten berechnet wird.

Wichtig: Das "V" in DIN V 18599 steht für "Vornorm" – sie ist normativ verbindlich für das GEG, aber noch nicht als vollständige DIN-Norm verabschiedet. Dies ändert nichts an ihrer Rechtsverbindlichkeit.

2. Die wichtigsten Normteile

DIN V 18599 ist in 13 Teile gegliedert. Für iSFPs an Wohngebäuden sind folgende Teile besonders relevant:

Teil 1Allgemeine Bilanzierungsverfahren
Hoch

Grundlegende Bilanzierungsmethodik, Energiebilanzgrenzen, Primärenergiefaktoren

Teil 2Nutzenergiebedarf für Heizung und Kühlung
Sehr hoch

Berechnung des Wärmebedarfs des Gebäudes, U-Wert-Methodik, thermische Hülle

Teil 4Nutz- und Endenergiebedarf für Beleuchtung
Mittel

Relevant bei Nichtwohngebäuden, für Wohngebäude vereinfacht anwendbar

Teil 5Endenergiebedarf von Heizsystemen
Hoch

Berechnung des Energiebedarfs von Heizungsanlagen, Effizienzgrade, Verluste

Teil 6Endenergiebedarf für Lüftung
Mittel

Lüftungsanlagen, Wärmerückgewinnung, mechanische vs. natürliche Lüftung

Teil 10Nutzungsrandbedingungen und Klimadaten
Sehr hoch

Referenz-Klimadaten, Nutzungsprofile für verschiedene Gebäudetypen und -zonen

3. U-Werte und Wärmedurchgang

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist die zentrale Kenngröße für die Wärmedämmung von Bauteilen. Er gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturdifferenz durch ein Bauteil strömt (Einheit: W/m²K).

Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung:

BauteilAltbau typischGEG-AnforderungBestwert KfW 40
Außenwand1,0–2,0 W/m²K≤ 0,24 W/m²K≤ 0,15 W/m²K
Dach/Dachboden1,5–3,0 W/m²K≤ 0,20 W/m²K≤ 0,12 W/m²K
Bodenplatte0,8–1,5 W/m²K≤ 0,30 W/m²K≤ 0,20 W/m²K
Fenster2,5–5,0 W/m²K≤ 1,30 W/m²K≤ 0,90 W/m²K

iSFP-Turbo enthält einen umfangreichen Bauteilkatalog mit normativen Standardwerten nach Baujahrsklasse – sodass Sie U-Werte nicht manuell berechnen müssen.

4. Primärenergiebedarf und -faktoren

Der Primärenergiebedarf ist die zentrale Kenngröße im GEG und iSFP. Er berücksichtigt nicht nur den Energiebedarf des Gebäudes selbst (Nutzenergie), sondern auch den Energieaufwand für Gewinnung, Umwandlung und Transport des Energieträgers.

Der Primärenergiefaktor (f_p) gewichtet den Energieträger entsprechend:

Erdgas
1,1
Heizöl
1,1
Wärmepumpe (Strom)
1,8 → 0,4*
Holzpellets
0,2
Fernwärme
0,3–0,8
PV-Strom (lokal)
0,0

* Primärenergiefaktor für Strom wurde im GEG 2024 deutlich abgesenkt, was Wärmepumpen energetisch deutlich aufwertet.

5. DIN V 18599 im GEG und iSFP

Das GEG verweist normativ auf DIN V 18599 als Berechnungsgrundlage. Für den iSFP bedeutet das: Alle Berechnungen in der BAFA-Druckapplikation v2.5.x müssen auf DIN-V-18599-konformen Eingaben basieren.

In der Praxis heißt das für Energieberater: Die eingegebenen Bauteilwerte, U-Werte und Anlagenparameter müssen den Normvorgaben entsprechen – oder normativ begründete Abweichungen dokumentiert sein. Mehr zum Zusammenhang lesen Sie in unserem Artikel zur GEG-Novelle 2024.

6. Automatische Normanwendung mit iSFP-Turbo

iSFP-Turbo implementiert DIN V 18599 vollständig und automatisch:

  • Bauteilkatalog mit 200+ normativen Standardwerten nach Baujahrsklasse
  • Automatische U-Wert-Berechnung basierend auf DIN V 18599
  • Korrekte Primärenergiefaktoren nach aktuellem GEG
  • Automatische Updates bei Normänderungen
DIN-V-18599-konform arbeiten

Häufige Fragen zu DIN V 18599

Muss ich DIN V 18599 vollständig kennen, um iSFPs zu erstellen?

Nein. Für die praktische Anwendung im iSFP müssen Sie die Norm kennen und verstehen, aber nicht auswendig können. Softwarelösungen wie iSFP-Turbo implementieren die Berechnungslogik vollständig – Sie müssen nur die richtigen Eingabeparameter liefern.

Welche Teile der DIN V 18599 sind für den iSFP am wichtigsten?

Für den iSFP sind besonders relevant: Teil 1 (Allgemeine Bilanzierungsverfahren), Teil 2 (Nutzenergiebedarf Heizung/Kühlung), Teil 6 (Beleuchtung), Teil 10 (Nutzungsrandbedingungen und Klimadaten) und Teil 11 (Heizungsanlagen). Die Druckapplikation v2.5.x setzt entsprechende Berechnungsparameter voraus.

Wie oft wird DIN V 18599 aktualisiert?

DIN V 18599 wird in unregelmäßigen Abständen durch das DIN aktualisiert. Wesentliche Aktualisierungen erfolgen in der Regel parallel zu GEG-Novellen. iSFP-Turbo übernimmt Normänderungen automatisch in die Berechnungslogik.

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